Für frühgeborene Mädchen mit einem männlichen Zwilling ist das Auftreten von Lungenproblemen wahrscheinlicher. Offenbar kann die Anwesenheit des Bruders im Mutterleib die Gesundheit der Schwester negativ beeinflussen. Das haben jetzt israelische Forscher der Universität Tel Aviv nachgewiesen.Normalerweise leiden weibliche Frühgeburten seltener an Lungenproblemen als männliche. Bei den Mädchen ist die Wahrscheinlichkeit für derlei Gesundheitskomplikationen um 60 Prozent niedriger. Offenbar verläuft die Entwicklung der Föten bei gemischtgeschlechtlichen Zwillingspaaren aber anders. Wie es scheint, übertragen heranwachsende Jungen ihren Entwicklungsnachteil auf die Schwestern. Im Rahmen ihrer Untersuchung werteten die Wissenschaftler Datensätze von 8 858 Frühgeburten aus. Die Kinder wurden zwischen der 24. und 34. Schwangerschaftswoche geboren. Unter ihnen befanden sich 2 448 Zwillinge. Dabei hatten einige Zwillingspaare das gleiche Geschlecht und auch gemischte Paare kamen vor. Es hat sich bei der Betrachtung der Daten dieser Kinder gezeigt, dass bei Einzelgeburten und bei weiblichen Zwillingspaaren die Mädchen deutlich seltener unter Komplikationen wie dem sogenannten Neugeborenen-Atemnotsyndrom litten. Hatten die weiblichen Neugeborenen hingegen einen männlichen Zwilling, litten beide Geschlechter gleich oft unter Lungenproblemen. Genau geklärt ist die Ursache für die Benachteiligung der Schwestern männlicher Zwillinge noch nicht. Die Forscher vermuten, dass das männliche Hormon wie das Testosteron die Reifung der Lunge verlangsamen könnte. Ist eine Schwester im Leib der Mutter zugegen, könnte sich der negative Effekt auf sie übertragen. Ihre Forschungsergebnisse haben die Wissenschaftler jetzt im Magazin "Pediatrics" veröffentlicht.